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Trans sein und auf Widerstand stoßen:

Meine Erfahrung mit Adipositas im Gesundheitssystem

Stolas gibt in diesem Beitrag einen persönlichen Einblick in die Herausforderungen, mit denen trans* Personen im Gesundheitssystem konfrontiert werden – von Hürden in der medizinischen Versorgung bis hin zu langen Wartezeiten auf psychotherapeutische Unterstützung. 

Ich bin seit fast vier Jahren als trans* geoutet. Vor knapp einem Jahr habe ich mich an eine Ärztin gewandt, die mir von einer meiner Hausärztinnen empfohlen wurde. Mein Wunsch war es, eine Hormontherapie zu beginnen – für mich ein wichtiger Schritt, um mich selbst zu finden und in meiner Identität anzukommen. Doch schon beim ersten Termin kam die Ernüchterung: Ich sei zu übergewichtig und bekäme deshalb kein Testosteron verschrieben.

Ich müsse erst abnehmen und deutliche gesundheitliche Verbesserungen zeigen, bevor die Ärztin meine Hormonbehandlung in Betracht ziehen würde. Statt mich in meiner Identität ernst zu nehmen und mich auf meinem Weg unterstützend zu begleiten, fühlte ich mich abgewiesen, bewertet und auf meinen Körper reduziert, allein aufgrund meines Gewichts.

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Ich hatte gehofft, in der medizinischen Versorgung eine sichere Anlaufstelle zu finden, doch stattdessen stieß ich auf eine Barriere, die meine Bedürfnisse und mein Gefühl von Selbstachtung ignorierte. Von da an begann ein langer und ermüdender Prozess. Ich brauchte eine Vielzahl an weiteren Fachärzt:innen, Psycholog:innen, Psychiater:innen, Ernährungsberatung, kardiologische Untersuchungen, usw.

Schließlich wurde mir ein Medikament zum Abnehmen verschrieben: Wegovy, ein verschreibungspflichtiges Mittel zur Gewichtsreduktion, das den Wirkstoff Semaglutid enthält. Es ahmt ein natürliches Hormon nach, das dem Gehirn Sättigung signalisiert. Dadurch wird der Appetit reduziert und die Magenentleerung verlangsamt.

Der Nachteil:

Die verlangsamte Magenentleerung verursacht bei mir starkes Sodbrennen und andere Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Fatigue (Erschöpfung) und Schwäche bei körperlicher Anstrengung.

Ich bin seit ein paar Monaten auf der Suche nach einem Therapeuten oder einer Therapeutin, wurde aber schon fünf Mal abgelehnt. Die Suche wird einfach immer ermüdender.

Das Problem:

Die Nachfrage übersteigt seit Jahren schon das eigentliche Angebot. Gründe sind veraltete Bedarfspläne (₁basierend auf Zahlen von 1999) für Kassensitze, ein stark gestiegenes Bewusstsein für psychische Gesundheit sowie zu wenig Therapeut:innen. Die Wartezeit bis zu einem Therapiebeginn beträgt mittlerweile im Schnitt oft ₂ fünf Monate oder länger. Für Menschen, die dringend Unterstützung brauchen, ist das eine enorme Belastung. Es entsteht ein Teufelskreis: Wer Hilfe sucht, wird abgewiesen oder muss monatelang warten und wird dadurch oft noch verletzlicher.


Mein persönlicher und noch laufender Weg zeigt, wie viele Barrieren es im Gesundheitssystem gibt, besonders für trans* Personen, die oft mit zusätzlichen Vorurteilen und bürokratischen Hürden zu kämpfen haben. Es ist wichtig, dass wir über diese Herausforderungen sprechen, und Druck machen für mehr Ressourcen, bessere Ausbildung und eine empathischere medizinische Versorgung.

Mein Weg ist noch nicht zu Ende, und ich wünsche mir für mich und alle, die dasselbe erleben, ihn endlich ohne Widerstände gehen zu können, denn jeder Mensch verdient es, in seiner oder ihrer Identität respektiert und auf dem Weg begleitet zu werden, ohne ständige Abweisungen und Erschwernisse.

Stolas, 17

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Stolas

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Klasse 9b

Schreibt über schwierigere Themen

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