Kinder- und Jugendrechte.
Meine Rechte, meine Mitbestimmung, meine Identität. Warum es so wichtig ist, dass wir wirklich ernst genommen werden
Suse schreibt darüber, warum Kinder- und Jugendrechte mehr bedeuten als nur das Beschützt werden von Erwachsenen. Im Mittelpunkt stehen aus ihrer Sicht Meinungsfreiheit, Mitbestimmung und Selbstbestimmung – und der Wunsch, als jugendlicher Mensch schon jetzt ernst genommen zu werden.
Meine Rechte, meine Mitbestimmung, meine Identität.
Warum es so wichtig ist, dass wir wirklich ernst genommen werden – und nicht nur beschützt werden wollen
Für mich sind gerade Meinungsfreiheit, Mitbestimmung und Selbstbestimmung besonders wichtig. Klar, alle Kinderrechte sind gleich wichtig. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich diese Rechte wählen. Weil sie viel damit zu tun haben, ob man als Jugendlicher ernst genommen wird.
Oft reden Erwachsene über Kinder und Jugendliche, aber nicht wirklich mit ihnen. Sie entscheiden, was gut für uns ist, was wir brauchen und was angeblich noch zu schwierig für uns ist. Natürlich braucht man manchmal Schutz, Hilfe oder klare Regeln. Aber das heißt nicht, dass unsere Meinung egal ist.
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Ich finde, Jugendliche sind nicht nur Menschen, um die man sich kümmern muss. Wir haben eigene Gedanken, Ideen und Erfahrungen. Wir erleben Schule, Freundschaft, Druck, Social Media, Familie und Zukunftsfragen jeden Tag. Deshalb sollten wir auch mitreden dürfen, wenn es um diese Themen geht.
Meinungsfreiheit bedeutet für mich, sagen zu dürfen, was ich denke. Auch wenn andere anderer Meinung sind. Natürlich nicht, um jemanden zu beleidigen oder fertigzumachen. Aber ich will nicht das Gefühl haben, dass meine Meinung weniger zählt, nur weil ich noch nicht 18 bin. Manchmal sehen Jugendliche Dinge ziemlich klar, gerade weil sie selbst davon betroffen sind.
Mitbestimmung ist für mich zum Beispiel in der Schule wichtig. Es geht nicht nur darum, bei Wandertagen oder Projekttagen abzustimmen. Es geht auch darum, bei Regeln, Unterrichtsthemen, Problemen oder Veränderungen wirklich gefragt zu werden. Wenn Jugendliche beteiligt werden, fühlen sie sich eher verantwortlich. Dann ist Schule nicht nur etwas, das mit uns passiert. Dann können wir selbst etwas mitgestalten.
Auch Selbstbestimmung, Identität und Privatsphäre gehören für mich dazu. Jeder sollte herausfinden dürfen, wer er ist, was ihm wichtig ist und wie er leben möchte. Das geht nicht, wenn ständig alles kontrolliert oder bewertet wird. Jugendliche brauchen Freiraum. Nicht, um alles falsch zu machen, sondern um eigene Erfahrungen zu sammeln.
Privatsphäre ist dabei sehr wichtig. Nicht jede Nachricht, jedes Gespräch oder jeder Gedanke muss von Erwachsenen kontrolliert werden. Natürlich gibt es Grenzen, wenn jemand in Gefahr ist. Aber grundsätzlich braucht man Vertrauen. Wenn Erwachsene Jugendlichen gar nichts zutrauen, lernen wir auch nicht, Verantwortung zu übernehmen.
Kinderrechte bedeuten für mich deshalb mehr als Schutz. Schutz ist wichtig, vor allem, wenn Gewalt im Spiel ist oder jemand ernsthaft bedroht ist. Aber Kinder und Jugendliche haben nicht nur Bedürfnisse. Wir haben auch eine Stimme. Wir können etwas sagen, etwas verändern und etwas beitragen. Wir sind nicht erst später wichtig, wenn wir erwachsen sind. Wir sind jetzt schon Teil der Gesellschaft.
Ich wünsche mir, dass Erwachsene öfter wirklich zuhören. Nicht nur kurz nicken und dann doch allein entscheiden. Sondern nachfragen, ernst nehmen und auch mal akzeptieren, dass Jugendliche eine andere Sicht haben. Vielleicht machen wir nicht immer alles richtig. Aber Erwachsene auch nicht.
Für mich heißt das wichtigste Kinderrecht im Moment: Ich will selbst mitentscheiden, wer ich bin und was mein Leben betrifft. Und ich will, dass meine Meinung nicht erst zählt, wenn ich 18 bin.
Suse, 18 Jahre
